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DIE GROSSE PILGERREISE, TEIL I

Vom 26. Mai bis 10. Juni 2000 war ich als Pilger zu Fuß auf dem spanischen Jakobsweg zwischen St.-Jean-Pied-de-Port und Burgos unterwegs.
Hier erfährst du einiges über die Vorbereitung, die Ausrüstung und die kleinen Dinge, die diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Ich möchte hier jedoch keine absolut detaillierte Anleitung zur Durchführung dieser Tour geben, sondern vielmehr das Fernweh in Dir wecken!
Wenn du exakte Auskünfte über Vorbereitung, Planung und Durchführung haben möchtest, stehe ich gerne mit Rat und Tat zur Seite: eine kurze E-Mail genügt.
Es erreichen mich mehrmals pro Woche E-Mails zu diesen Seiten - und JEDE wird persönlich beantwortet - versprochen!

Camino-Schild

Letzte Überarbeitung:
01.04.2005

WARUNUNG: Bevor du diesen Bericht liest, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass er einen Entschluss nach sich ziehen kann, der zu einschneidenden Ereignissen in deinem Leben führt!

WICHTIGER HINWEIS

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Damit sich die Ladezeit der Bilder in Grenzen hält, habe ich auf eine super hohe Auflösung verzichtet. Es sollen ja nur Appetithäppchen sein!

1. Der Entschluss

2. Die Planung

3. Das Training

4. Die Ausrüstung

5. Das Tagebuch (auf neuer Seite)

1. DER ENTSCHLUSS

  Im August 1998 las ich im Bildband “Mythen und Rätsel der Menschheit” einen Artikel über den spanischen Jakobsweg . Dieser seit fast 1.000 Jahren existierende Pilgerweg führt aus allen Teilen Europas nach Santiago de Compostela zum (angeblichen) Grab des Apostels Jakobus des Älteren.
  Der bekannteste Teil des “Camino de Santiago”, wie er auf Spanisch heißt, beginnt in dem kleinen Städtchen St.-Jean-Pied-de-Port auf der französischen Seite der Pyrenäen und führt durch das nördliche Spanien bis nach Santiago de Compostela.
  Vom spanischen Pyrenäen-Grenzstein in der Provinz Navarra bis nach Galicien sind es etwa 820 km. Die Überbrückung dieser Distanz zu Fuß ist eine Herausforderung der besonderen Art in unserer heutigen modernen und meist allzu hektischen Zeit, wo man sich ein Leben ohne Motor (Auto, Flugzeug, Bahn etc.) nicht mehr vorstellen kann.
  Ich war fasziniert von der Beschreibung des Weges, den teils mystischen Stätten, Kirchen und mittelalterlichen Dörfern sowie dem tieferen Sinn dieses Weges. Außerdem wurde ich gefesselt von der Landschaft (Berge, Steppe, sanfte Hügel, Seen, Flüsse etc.), die sich auf der gesamten Strecke findet.

 

2. DIE PLANUNG

Zeitplanung:
  Die ersten vorbereitenden Planungen liefen dann ab dem Frühsommer 1999.
Eine Strecke von mehr als 800 km verlangt eine Reisedauer von mindestens 4 Wochen. Leider ließ sich dies zeitlich nicht einrichten und so mussten 14 Tage für die erste Teilstrecke von St.-Jean-Pied-de-Port bis Burgos ausreichen. Als Zeitspanne wurde schließlich der 26. Mai bis 10. Juni 2000 fest ins Auge gefasst.

Planungshilfe Internet:
  Mich wunderte es über alle Maßen, wie viele Internetseiten sich dem Thema Jakobsweg widmen! Ich trug mich in einige Gästebücher der besten Seiten ein und erhielt viele  interessante, informative Vorschläge und wertvolle Tipps. Einige der daraus resultierenden E-Mail-Kontakte bestehen auch noch heute. Auch dies ist in der heutigen Zeit außergewöhnlich und sehr erfreulich.

Planungshilfe Deutsche Jakobusgesellschaft:
  Auf Anfrage bei der Jakobusgesellschaft in Aachen erhielt ich nach etwa 3 Wochen ein umfangreiches Paket von kostenlosem Informationsmaterial. (Es wird lediglich um eine Spende gebeten. Diesem Wunsch kam ich gerne nach und ich hoffe, dass sich andere diesen Spenden anschließen.) Außerdem enthielt das Infomaterial auch einen Antrag für die Erstellung des Pilgerpasses (Credencial del Peregrino ), den man ausgefüllt wieder nach Aachen zurück sendet. Einige Wochen später - je nach Arbeitsaufkommen kann es schon mal etwas länger dauern - erhält man dann den Pilgerpass, in dem bereits die wichtigsten Daten eingetragen sind.

Hier die Adresse:
Deutsche Jakobusgesellschaft Aachen e.V.
Tempelhofer Straße 21
52068 Aachen
www.deutsche-jakobus-gesellschaft.de


Hilfreiche Literatur:
  Zur Einstimmung und zur exakten Reiseplanung verwendete ich folgende Bücher:

1. Carmen Rohrbach ; Jakobsweg. Wandern auf dem Himmelspfad; Verlag Frederking&Thaler.
Persönlicher Eindruck: Teils mystische Beschreibung mit “übersinnlichen” Erfahrungen der Autorin. Als Reiseführer absolut ungeeignet, zur Einstimmung aber sicherlich OK.

2. Paulo Coelho ; Auf dem Jakobsweg. Tagebuch einer Pilgerreise; Verlag Diogenes.
Persönlicher Eindruck: Dieses bekannteste Buch über den Camino habe ich erst nach der Tour gelesen. Es ist mir, ehrlich gesagt, zu mystisch und unwirklich. Ich frage mich, wie es so ein Bestseller werden konnte. Als Reiseführer absolut unbrauchbar.

3. Ulrich Wegner ; Wandern auf dem spanischen Jakobsweg; DuMont-Verlag.
Persönlicher Eindruck: Hat als Reiseführer seine Schwächen, da nicht alle Etappen exakt beschrieben sind. Vorteil gegenüber dem Buch von Michael Kasper: die beschriebenen Strecken enthalten Höhenprofile, sodass man sich körperlich auf die Etappe einstellen kann.

4. Michael Kasper ; Outdoor-Handbuch Spanien: Jakobsweg; Conrad Stein-Verlag.
Persönlicher Eindruck: Die “Pilgerbibel”! Sehr exakt und ausführlich. Hat praktisch jeder deutsche Pilger dabei. Wird ständig auf dem neuesten Stand gehalten.


Mitpilger:
  Mein Freund Leo Dinspel wollte an der Tour teilnehmen, konnte in allerletzter Minute aber aus privaten Gründen dann doch nicht mitkommen. So entschloss ich mich, alleine zu gehen (was meiner Familie gar nicht recht war...).
  Ein Gästebucheintrag brachte mich in Kontakt zu Monika aus Rosenfeld (Schwarzwald). Nach vielen E-Mails, Briefen und einigen Telefonaten wurden wir uns einig, miteinander zu pilgern.


Verkehrsverbindungen:
  Die Anreise nach St.-Jean-Pied-de-Port gestaltet sich sehr zeitaufwändig.
Die Eisenbahn benötigt mehr als 20 Stunden von Gerolstein über Köln, Paris, Biarritz bis St.-Jean. Damit wäre bereits ein kompletter Tag nur für die Hinreise zu berücksichtigen.
  Es besteht eine Busverbindung von Köln nach Santiago de Compostela. Diese dauert ca. 2 1/2 Tage. Ob es dabei Zusteige-/Aussteigemöglichkeiten in anderen Orten gibt, kann ich nicht sagen, da für mich wegen der Zeitfrage diese Verbindung nicht in Frage kam.
  Letztendlich war ein Flug von Luxemburg via Paris nach Biarritz und eine anschließende Zugfahrt über Bayonne die beste (und auch preisgünstigste!) Lösung. OK - die Umwelt wird durch die Flieger mehr belastet, aber Urlaubstage und Kleingeld sind ja auch nicht unbegrenzt vorhanden...
  Bei der Rückreise war zu beachten, dass eine Flugverbindung von Burgos aus nicht möglich ist.
Der Flugpreis ist außerdem extrem hoch, wenn man nicht vom Land des Anreiseflughafens zurück fliegt.
D.h.: Hinflug nach Frankreich, Rückflug von Spanien = mehr als doppelt so teuer als Hin- und Rückflug von gleichem Land.
  Daher buchte ich über das Internet direkt bei der Deutschen Bahn eine Zugverbindung von Burgos zurück nach Biarritz.

 

3. DAS TRAINING

  Um es direkt vorweg zu sagen: Ein intensives Aufbau-, Ausdauer- und Fitness-Training habe ich nicht absolviert, wie es z.B. für eine Bergtour absolut notwendig ist.
  Die angepeilten Streckenabschnitte lagen zwischen 25 und 35 km. Diese Strecke in etwa 8 bis 9 Stunden Wanderzeit zu gehen war das Ziel. Das traute ich mir noch zu.
  Einige Mehrtagestouren mit Gepäck (etwa 10 kg) in unserer schönen, bergigen Eifel und im angrenzenden Moselgebiet sowie jeden Abend ca. 1,5 bis 2 Stunden wandern ohne Gepäck reichten für mich völlig aus.

Nachtrag: Ein klein wenig Kondition sollte man jedoch mitbringen, da man ansonsten (vor allem durch das ungewohnte Gepäck auf dem Rücken) völlig ausgelaugt am jeweiligen Tagesziel ankommt, sofort kaputt ins Bett fällt und sich nur noch zum Essen für eine Stunde aufrappeln kann.
  Dieses habe ich viele Male bei Mitpilgern erlebt, die das Ganze für eine Art “Urlaubsausflug” hielten.
  Ihnen entgingen dabei die wundervollen Kirchen, die einmaligen Kunstwerke in den Etappenzielen und die interessanten Gespräche mit den Mitpilgern..



4. DIE AUSRÜSTUNG

  Eine Wanderung - und vor allem diese - steht und fällt mit den Schuhen und (glaubt´s mir) mit den Socken!

Schuhe:
  Meinen eigentlich bereits ziemlich ausgelatschten Reebok-Wanderschuhen spendierte ich neue Sohlen (natürlich fachmännisch ausgeführt vom hiesigen hervorragenden Schuster) und neue Schnürsenkel.
  Man darf diese Tour NIEMALS in neuen Schuhen oder gar in Turnschuhen angehen (...alles schon gesehen...).
  Halbhohe Wander- bzw. Trekkingschuhe sind ein absolutes Muss, denn sie geben dem Fuß auch auf unebenem Gelände den notwendigen Halt. GoreTex® und Co. sind dagegen nicht unbedingt notwendig, aber bei nasskaltem Wetter hilfreich. (Hinweis: Bei warmem Wetter können die einschlägigen Membranen nicht richtig arbeiten, da ein “Temperaturgefälle” von etwa 10 Grad Celsius bestehen muss. D.h.: Die Umgebungstemperatur muss mind. 10 Grad kälter sein als die Temperatur in den Schuhen/in der Jacke.)

Nachtrag: Bei Schuhen, die man bereits länger getragen hat sollte man unbedingt auf die Profiltiefe der Sohlen achten.
  Beim 2. Teil des Weges hatte ich den Sohlen meiner Jack Wolfskin All-Terain schon mehrere hundert Kilometer bei heimatlichen Wanderungen zugemutet. Ich dachte jedoch, dass das Profil noch ausreichend vorhanden ist.
Was für ein “pein”licher Trugschluss!
 
Ich spürte jedes noch so kleine Steinchen unter den Füßen ab den Bergen von Leon. In Ponferrada ging dann gar nichts mehr! Eine Entzündung der Knochenhaut unter den Fußballen ließ mich kaum noch anständig gehen.
  Notgedrungen ließ ich mir bei einem Schuster ein “Provisorium” machen: Glatte Gummisohle mit eingeschnitztem(!) Profil, da dort leider keine Wanderschuh-Solen zu bekommen waren. (Siehe Jakobsweg Teil 2, 11. Tag).



Einlegesohlen:
  Als Fussbett legte ich mir ein paar Einlegesohlen aus Sorbothane von einem großen Outdoor-Ausrüster zu (extrem stoßdämpfend, man läuft wie auf Wolken; einfach klasse!).
  Vorher aber bitte genau einige Tage prüfen, ob diese Einlegesohlen nicht zu dick für den Schuh sind und man sich so Blasen an den Fersen und Zehen läuft. Sorbothane wird mit der Zeit nicht dünner, sondern behält seine ursprüngliche Dicke selbst nach unendlich vielen Kilometern bei.

Wandersocken / -strümpfe:
  Meine bewährten Wandersocken von Thorlo und Falke sind meine treuesten Begleiter und haben mich auch hier nicht enttäuscht.
  Man sollte darauf achten, dass man eine Socke immer am gleichen Fuß trägt! KEIN WITZ!
Bei den Falke-Socken ist jeder Strumpf speziell gekennzeichnet (L=Links, R=Rechts; sorgt in Sandalen getragen manchmal für Heiterkeit bei den Umstehenden...  erinnert mich gleichzeitig aber auch an meine Freunde Leo und Rolf ).
  Die Thorlo-Socken habe ich mit einem kleinen eingestickten Kreuz versehen und diesen Strumpf immer am linken Fuß getragen (...ja, ja, die Linkshänder. Müssen immer alles andersrum machen...).
  Dieser Trick verhindert, dass sich beim Tragen an wechselnden Füßen Falten bilden (wegen des großen Zehs) und so sehr leicht Blasen entstehen.
  Wer anfällig für Blasen ist, sollte ein Paar extrem dünne Untersocken aus Funktionsgewebe (z.B. DoubleDry) unter den normalen Wandersocken tragen. Vorher aber unbedingt ausprobieren, ob es in den Schuhen dann nicht zu eng wird!

Rucksack:
  Ein Rucksack (ca. 50 Liter Inhalt) mit sehr gutem Tragesystem (bei jedem guten Outdoor-Shop erhältlich - bitte keine “Werbeblättchen”- oder “Kaffeeröster”-Angebote) ist ebenfalls ein absolutes Muss, da man ja seine ganze Ausrüstung ständig auf dem Buckel hat. Ich hatte mich für einen Tatonka entschieden.
  Es ist wichtig, dass man den Rucksack vorher schon einige Male mit dem voraussichtlichen Gewicht belädt (und seien es auch nur “unnötige” Pullover, Jacken, Wurststullen, Rotweinflaschen etc.) und einige längere Strecken damit wandert, um sich an das Gefühl zu gewöhnen.
Nur so kann man die vielen Einstellmöglichkeiten eines guten Rucksacks kennen lernen und auf sein persönliches Empfinden anpassen. Es gibt da jede Menge Schnallen und Gurte, mit denen man die Dinger verstellen kann. Da ist Ausprobieren angesagt...
  Ein Rucksack ist niemals vollkommen wasserdicht, und darf es auch nicht sein, wenn man Proviant mitnimmt. Das Essen würde unweigerlich in kürzester Zeit verderben (z.B. Bananen sind innerhalb von ein paar Stunden total schwarz).
Damit jedoch alles auch bei Regen trocken bleibt, habe ich die Einzelteile jeweils in einen Plastikbeutel (z.B. Gefrier- oder kleine Müllbeutel) gepackt. Das zusätzliche Gewicht von etwa 50 Gramm ist es wert, wenn man Abends trockene (!) Sachen anziehen kann.

Kleidung:
  Die Kleidung beschränkte sich auf:

1 Alround-Jacke “3 in 1”
(Snow & Rock von Jack Wolfskin)

Aussenjacke aus Texapore (vergleichbar mit GoreTex, jedoch physikalisch andere Methode der Atmungsaktivität), ausknöpfbare Innenjacke aus Fleece (als Pullover-Ersatz). Beides auch jeweils einzeln zu tragen.
Nicht ganz billig, aber ein echt geniales Teil

3 T-Shirts, Kurzarm

Langarm nicht notwendig, da Fleece-Jacke schnell überziehbar.

4 Unterhosen

1 “am Mann”, 1 gewaschen (meist zum Trocknen am Rucksack befestigt), 2 trocken im Rucksack.

1 Zip-Hose
(von Royal Robbins)

“Aus Lang mach Kurz” - mit Reißverschluß zum ab”zip”pen der Beine. Auch hier: Einfach genial, diese Hosen!

3 Paar Wandersocken

Von Thorlo und Falke.

1 Paar Wanderschuhe
(1. Rebook, 2. Jack Wolfskin All Terrain)

Gut eingelaufen!
Auf Profiltiefe achten!

1 Paar Wandersandalen
(1. Four Seasons, 2. Teva)

Für Abends nach des Tages Müh´. Am besten wasserfest, damit man sie auch zu Duschen verwenden kann - Fußpilz lässt grüßen.

1 Kopfbedeckung

Kappe oder Hut. Sehr wichtig! Nicht nur im Sommer.



Notwendige Kleinigkeiten:
  - Medizin
  - Sonnenschutz (!) und
  - Toilettenartikel (Achtung: Sind schwerer als man annimmt!)

Wanderstock:
  Ein Wanderstock (Alu, mit Stossdämpfung von Leki) hilft einem über Weg und Steg und Stock und Stein und Berg und Bach ...  und ist vor allem für die Hüftgelenke eine spürbare Entlastung! Besser sind sogar noch 2 Stöcke, aber damit komme ich persönlich irgendwie nicht ganz klar...
  Man kann sich natürlich auch einen echten “Jakobus-Stab” (ca. 20 cm länger als man selbst) in Spanien aus einer Haselnusshecke schneiden. Der ist allerdings dann etwas schwerer als die 280 Gramm des Leki-Stockes. Durch die Stossdämpfung werden außerdem die Hand- und Armgelenke geschont.
  Zur “Hundeabwehr” habe ich keinen Stock benötigt. Entgegen einigen Beschreibungen in Büchern hatten wir keinen gefährlichen Kontakt mit Hunden. Meist waren sie hinter starken Drahtverhauen eingesperrt und kläfften sich nur bei jedem Pilger die Lunge aus dem Leib.

Schlafsack:
  Ein Schlafsack ist auf jeden Fall ein Muss. Es reicht nicht, nur eine Decke oder einen sogenannten “Jugendherbergs-” oder “Hütten-Schlafsack” dabei zu haben!
  Ich hatte beim ersten Teil einen Bundeswehrschlafsack dabei. (Altes Modell mit Ärmeln und Querreißverschluss an den Knien: sehr praktisch). Die Refugien (Schlafstätten der Pilger) sind normalerweise beheizt, jedoch sollte man sich darauf nicht verlassen. Die Räume heizen sich natürlich durch die Pilger auch noch weiter auf, sodass auch ein Hüttenschlafsack ausreichen würde. Kommt man jedoch im Refugio nicht mehr unter und muss im Freien übernachten, wäre dies mit einer Decke oder einem einfachen Leinensack überhaupt nicht möglich.
  Auf der 2. Teilstrecke tat mir ein Kunstfaserschlafsack von Carynthia gute Dienste.
  Beim Kauf eines Schlafsackes auch auf das Gewicht achten!

Isomatte:
  Meine Isomatte aus Evazote-Schaumstoff ist sehr leicht und hat eine enorme Wärmespeicherung. Damit kann man notfalls auch im Freien eine relativ komfortabel Nacht verbringen.


  So hatte mein Rucksack schließlich ein Gesamtgewicht von 11,97 kg.
“Das sind gut 2 Kilo zu viel”, werden eingefleischte Jakobsweg-Fan´s jetzt sagen. Mir hat das Gewicht jedoch nichts ausgemacht, da das Tragesystem des Rucksackes hervorragend ist und die Last entsprechend ausgewogen auf die Hüften verteilt. Außerdem gewöhnt man sich nach ein paar Tagen an den zusätzlichen “Buckel”.
  Mit dem überaus nützlichen Programm “PackUp” von Globetrotter Ausrüstung (Freeware; nach Einsendung einer sinnvollen Packliste bekommt man ein Kennwort zum Freischalten) habe ich meine komplette Packliste erstellt. Wer also wissen will, was ich wirklich alles dabei hatte, der kann sich die erstellte Packliste [HIER] ansehen. (Hinweis: Die Packliste wird in einem neuen Fenster geöffnet!)

Fertig bepackt sieht man dann in etwa so aus:
...Packesel...

Nachtrag nach Rückkehr von Teil 1:
  Nächstes Mal werde ich einen leichteren und dünneren Schlafsack mitnehmen und auf die Isomatte verzichten, da ich sie nicht gebraucht habe.

Nachtrag nach Rückkehr von Teil 2:
 
Einen leichteren Schlafsack (Carynthia, knapp 1.300g; bis minus 12 Grad einsetzbar) habe ich mir tatsächlich gegönnt.
Trotzdem muss ich sagen, dass der alte Bundeswehr-Schlafsack seine Vorteile hatte, weil dieser im Kniebereich einen Reißverschluß hat, den man bei zu großer Hitze im Schlafsaal öffnen kann und so den Füßen ein wenig “Frischluft” gönnt. Teilweise habe ich den neuen Schlafsack lediglich als Decke übergezogen.
  Die Isomatte hatte ich trotz des vorigen Eintrages natürlich auch wieder dabei .... und habe sie nur ein einziges Mal bei einer Rast gebraucht. Lange habe ich hin und her überlegt, ob ich sie zu Hause lasse. Aber, wie der Deutsche halt mal so ist, nimmt er lieber mehr mit als in irgendeiner Situation sagen zu müssen: “Hättste mal lieber die Isomatte mitgenommen....”



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