Seinen Quartiergeber in Rengen hatte Hover vor drei Jahren kennengelernt. Damals waren die beiden Männer sowie Rolf Himmes aus Lissingen Weggefährten auf einer Teilstrecke des Jakobswegs; auch im Jahr darauf trafen sie sich wieder und gingen gemeinsam den nächsten (400 Kilometer langen) Abschnitt von Burgos nach Santiago de Compostela. “Ich habe bei diesen Wanderungen immer mehr zu mir selbst gefunden und bin Menschen begegnet, von denen ich viel gelernt habe”, fasst Frank Hover die wesentlichen bisherigen Erfahrungen zusammen. Die wichtigste Vorbereitung sei der fest Wille, den Weg zu bewältigen, erzählt er. Auf alle Eventualitäten können man sich ohnehin nicht einstellen. Seine Handy-Nummer kennen nur drei Leute. Er führt Tagebuch, und wenn er abends in einer Privatpension, in einem Landgasthaus oder in einer Jugendherberge einkehrt, schaut er sich die Nachrichten im Fernsehen an. Er meidet große Städte, auch für Sehenswürdigkeiten will er weder Zeit noch Kraft spenden. Die Dauner Maare bilden aber eine Ausnahme. Sechs bis acht Stunden am Tag ist er auf den Beinen, einmal am Tag kauft er Lebensmittel ein, warme Mahlzeiten gönnt er sich nur selten. Bevor Frank Hover in Rengen Station machte, war er von Koblenz über Polch und Ürsfeld gezogen. Dort hatten ihn Herbert Michels und Rolf Himmes abgeholt und mit ihm eine Tagesreise zu Fuß gemacht. Bis Manderscheid wollen die beiden Männer ihren Freund aus Berlin noch begleiten, dann wird er seinen Weg allein fortsetzen. In seinem Pilgerbuch findet sich dann ein neuer Stempeleintrag: Katholisches Pfarramt St. Nikolaus, Daun/Eifel. |